Mandanten sind kritischer geworden

Im Blog infodocc.info berichtet der Kollege Karsten Gulden darüber, wie dadurch, dass ihm aus Versehen eine Kommastelle verrutschte und er dadurch dem Mandanten (der dann doch keiner wurde) einen falschen Preis für die gewünschte Erstberatung mitteilte, das komplette Mandat verlustig ging.

Meines Erachtens zeigt sich an diesem vom Kollegen Gulden vorgetragenen Fall einmal mehr, dass Mandantinnen und Mandanten sehr sensibel und auch selbstbewusst reagieren, sobald es an die Frage des Honorars kommt. Dem müssen wir als Anwältinnen und Anwälte Rechnung tragen. Dies gilt insbesondere dann, wenn eine Vergütung vereinbart werden soll, die die gesetzlichen Gebühren übersteigt.

Dass Mandantinnen und Mandanten in ihrer Einstellung zur Vergütung der Anwältinnen und Anwälte kritischer geworden sind, belegt bereits der Forschungsbericht des Soldan Instituts für Anwaltmanagement (Band 3 2006, S 27f.), wonach 49 % der befragten Anwältinnen und Anwälte der Ansicht sind, die Mandantinnen und Mandanten seien in den vergangenen drei Jahren kritischer geworden, was das Honorar angeht.

Dass es sich bei den “Abzockern” tatsächlich, wie von dem Kollegen auch vermutet um eine Minderheit handeln muss, zeigt für mich auch klar eine Tatsache, die in diesem Blog in den letzten Tagen des öfteren Thema war: So gibt es ja schließlich diejenigen Anwältinnen und Anwälte, die tatsächlich mit Honoraren auskommen müssen, die sich im Bereich des Existenzminimums bewegen.

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